6
Dez
2018

Über Babyschlaf

Es folgt ein weiterer Beitrag aus der Reihe unqualifizierte Elternratschläge.

Über das Thema Babyschlaf gibt es endlose Diskussionen, Szenarien und Ratschläge. Ich will das auch weiter gar nicht kommentieren - letztendlich werden (und sollen!) es alles Eltern genau so machen, wie es für sie und ihr Baby funktioniert. Das kann heißen: Familienbett, Beistellbett/Kinderbett im Elternschlafzimmer, Kind schläft alleine im Kinderzimmer.

Was ich in der bunten Vielfalt ergänzen möchte ist die Strategie, die mein Mann und ich fahren und mit der wir super zurecht kommen, von der ich aber bisher nirgendwo sonst gehört habe. Die sieht so aus, dass unser Kind von Anfang an im eigenen Kinderbett im Kinderzimmer schläft (auch weil es von Anfang an gut und ruhig ohne Körperkontakt geschlafen hat), und dort aber auch ein Erwachsenenbett steht. Wir haben keine Großeltern zur Unterstützung in der Nähe, müssen folglich komplett alleine klar kommen und wollten daher von Anfang an Bedingungen schaffen, in denen Elternschlaf eine hohe Priorität hat.

In den ersten Monaten sah das so aus, dass ich immer wenn das Baby geschlafen hat auch geschlafen habe, und zwar im Kinderzimmer. Mein Mann, der sich neben seiner Erwerbstätigkeit nahezu um den kompletten Haushalt gekümmert hat schlief im Elternschlafzimmer und bekam so nachts immer genug Schlaf - egal wie oft nachts gestillt und gewickelt wurde. Als sich dann langsam ein Rhythmus einspielte, habe ich dann auch schonmal am frühen Abend "vorgeschlafen" - in Ruhe alleine im Elternschlafzimmer, während mein Mann entweder das (wache) Baby bespaßt hat oder das (schlafende) Baby per Babyphone im Auge hatte. Unser Kind schlief tendenziell in der ersten Nachthälfte ruhiger als in der zweiten Nachthälfte, und so bin ich dann wenn mein Mann schlafen ging wieder ins Kinderzimmer umgezogen. Einmal die Woche durfte ich dann komplett im Elternschlafzimmer schlafen, wobei eine Mahlzeit per Flasche mit abgepumpter Milch gegeben wurde und mir mein Mann das Kind zum Stillen ans Bett gebracht hat. Er schlief in meiner "langen Nacht" im Kinderzimmer, damit ich mal ungestört bei geschlossener Tür meine Batterien aufladen konnte.

Übrigens konnte ich in der Zeit wo voll gestillt wurde und ich überwiegend im Kinderzimmer geschlafen habe auch den Effekt bestätigen, dass sich die Schlafrhythmen von mir und dem Baby aufeinander angepasst habe. Oft wurde ich von selber schon halb wach wenn sich der Kleine mit Hunger gemeldet hat, aus dem Tiefschlaf gerissen wurde ich eher selten. Offenbar geht das auch ohne Familienbett und es reicht, wenn man im selbem Zimmer schläft.

Jetzt, wo mein Mann Elternzeit macht und ich wieder arbeite läuft es umgekehrt - er ist bis auf eine Nacht in der Woche in der er ausschlafen und seine Ruhe bei geschlossener Tür haben darf nachts fürs Kind zuständig. Netterweise schläft das Kind aber inzwischen meist bis drei oder vier Uhr nachts ruhig und ohne Weinen durch, so dass mein Mann oft genug die erste Nachthälfte im Elternschlafzimmer verbringen kann, was uns als Paar wieder unseren Raum zu zweit ermöglicht. Hilfsmittel ist hier wieder das Babyphone, wenn sich der Kleine darüber meldet geht mein Mann rüber, füttert eine Flasche, wickelt und legt sich dann im Kinderzimmer schlafen. Das ist auch wiederum deswegen praktisch, weil ich die beiden dann nicht wecke wenn ich gegen 6 Uhr aufstehe um mich für die Arbeit fertig zu machen.

Deswegen erfolgt an dieser Stelle an alle werdenden Eltern der Rat sich zu überlegen, ob sich vielleicht für ein Erwachsenenbett im Kinderzimmer noch Platz findet. Es ermöglicht viel Flexibilität und schafft den Raum dafür, dass wenigstens ein Elternteil ungestört sein kann - was in anstrengenden Phasen sehr viel wert ist.
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Ursa Major

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